1190 Wien, Kahlenberger Straße 55
Tel. + Fax: +43-1-318 80 86
office@ibdc.at


deutsch
english
français


Press Corner>Coca Cola Light>2006-2007

Manfred Erjautz

 

Geboren 1966 in Graz. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Einzelausstellungen u.a. Galerie Eugen Lendl, Graz (2006 und 2003); Wiener Secession (2002); Galerie Grita Insam, Wien (2001); Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz (1999). Ausstellungsbeteiligungen u.a. Lentos Museum, Linz (2006); Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2005); ZKM Karlsruhe (2005); Kennedy Center, L.A. (2001); International Biennial Washington (2000); Lebt und arbeitet in Wien (Kunsthalle Wien, 2000).

 

Ein Aspekt in Manfred Erjautz´ breitem Werk, das stets von einem konzeptuellen Zugang und hintersinnigen Humor gekennzeichnet ist, ist dem Verführungsmuster der Waren- und Logowelt gewidmet. Damit knüpft er an Identitätsfragen des Individuums in der gegen¬wärtigen Konsumgesellschaft an.

 

 

WITH OUT

 

Die Arbeit für Coca Cola nimmt die gängigen Oberflächengestaltungen von Flaschen fast gänzlich zurück. Die Coca-Cola light Flasche wird papierweiß, die erforderlichen Logos und Schriftzüge werden auf ein Minimum reduziert und lediglich auf die Ver¬schlusskapsel gedruckt. Im unteren Bereich der Flasche liegen die Werkdaten - als „literarischer Boden¬satz“, womit auf die Rolle von Coca Cola in der Popliteratur angespielt wird.

Die weiße Flasche transportiert eine gedankliche Fläche, die nicht leer, sondern aufgefüllt ist – mit dem Thema an sich. Der Konsument kann auf dieser weißen Flasche selbst gestal¬terisch aktiv werden und so in ein sonst nicht betretbares Territorium eingreifen ein kleiner öffentlicher Raum wird geschaffen.

Erjautz führt uns damit an die Grenzen von Marketingregeln. Er nutzt das Privileg der Wett¬bewerbseinladung, um still¬schweigende Regeln und Konven¬tionen sichtbar werden zu lassen, indem er sie in Frage stellt. Seine Arbeit thema¬tisiert nicht einfach nur eine Flasche, sondern „Spielregeln“ eines Unternehmens.

„Mut & Individualität“ äußern sich damit auch in der progressiven Umgangsform des Getränkeherstellers selbst, denn er verzichtet weitgehend auf bereits bestehende, gestalterische Stereotypen.