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Press Corner>Coca Cola Light>2006-2007

Die Preisträger: Künstler – Konzepte – Werke

Manfred Erjautz – „WITH OUT“

 

1966 geboren in Graz, lebt in Wien

1980-85 HTBLA Graz-Ortwein, Abt. Bildhauerei, Prof. Nothnagel

1985-90 Akademie der Bildenden Künste, Wien, Prof. Gironcoli

1990 Diplom

 

Mitglied der Secession, Wien

Mitglied des Forum Stadtpark, Graz

 

Der Künstler beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Fragestellungen zum 'Alltäglichen', ver¬wendet banale Arbeitsmittel und massenhafte Gebrauchsdinge wie Lego-Steine, Firmen¬logos oder Häkelarbeiten. Was daraus bei ihm entsteht sind faszinierende Objekte mit hinter¬sinnigem Humor und mit gleichzeitigem satirischem Einschlag. Es bleibt jedoch nicht beim 'Wiener Schmäh'. Differenziert und klar setzt er sich in seinen Kunstwerken mit unserem täglichen Umgang mit dem vordergründig Schönen der Warenwelt ebenso auseinander, wie er die Verfügbarkeit der Dinge immer und zu jeder Zeit als bloße Verführungsmuster der Konsumindustrie entlarvt.

 

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl):

 

1999 „As the matter stands“, L.A. International Biennal, Patricia Faure Gallery, Los Angeles, US

„Catchment area“, Neue Galerie Graz; „6/7“, The Living Art Museum, Reykjavik, IS

2001 „Shelter“, Galerie Grita Insam, Wien;

„Days of hope“, Biennale Venedig, I; „Connecting worlds“, Washington, US 2002

„ME/WE“, Secession, Wien; „Time, Space & Motion“, Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg

2003 „M_ARS - Kunst und Krieg“, Neue Galerie Graz; „Ausser Atem“, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, D

2005 „Icono Cluster“, Galerie Ruzicska, Salzburg;

„Parallel“, Galerie der Stadt Villingen/Schwenningen, D

„Parallel“, Museum der Moderne, Salzburg; „Lichtkunst aus Kunstlicht“, ZKM Karlsruhe, D

2006 „In the middle of the (w)hole“, Galerie Eugen Lendl, Graz;

„Krieg der Knöpfe“, Ursula Blickle Stiftung, D

 

Preise / Stipendien

 

1992 Chicago Stipendium

1993 – 1999 Bundesatelier

1994 Förderungspreis für bildende Kunst der Landeshauptstadt Graz

1995 Staatsstipendium

1199 Monsignore Otto Mauer-Preis

 

 

Konzept von Manfred Erjautz zu „WITH OUT“

 

„Mein Vorschlag beinhaltet die fast gänzliche Zurücknahme gängiger Oberflächengestaltungen von Flaschen. Coca-Cola light wird weiß, die erforderlichen Logos und Schriftzüge sollten auf ein Minimum reduziert werden und werden auf die Verschlusskapsel gedruckt. Im unteren Bereich der Flasche liegen meine Werkdaten – als ‚literarischer Bodensatz’.

 

’Mut & Individualität’ äußern sich hier einerseits in der progressiven

Umgangsform des Getränkeherstellers selbst, denn er verzichtet weitgehend auf bereits bestehende, gestalterische Stereotypen.

 

Die weiße Flasche transportiert eine gedankliche Fläche, die nicht leer ist, sondern aufgefüllt ist – mit dem Thema an sich.

 

’WITH OUT’ gibt eine Oberfläche frei, die von den KonsumentInnen

auch beschriftet oder bezeichnet werden kann. Damit greifen sie in ein sonst nicht betretbares Territorium ein. Die KonsumentInnen werden ProduzentInnen, die jeweilige Individualität von Einzelnen oder Gruppen wird sichtbar. Ein kleiner öffentlicher Raum wird geschaffen.

 

Das Markenlogo kommt auf dem Sleeve nicht mehr vor. Nur meine Werkdaten sind sichtbar. Das Markenlogo ‚Coca-Cola light’ und die Ingredienzien befinden sich nur auf der Verschlusskapsel."

 

 

 

Lord Jim Loge powered by monochrom – „KEINER HILFT KEINEM“

 

monochrom, gegründet 1993, ist ein international agierendes Kunst-Technologie-Philosophie-Kollektiv mit Sitz im Wiener Museumsquartier. Die Mitglieder der Gruppe sind: Johannes Grenzfurthner, Evelyn Fürlinger, Harald List, Anika Kronberger, Franz Ablinger, Frank Apunkt Schneider, Daniel Fabry und Günther Friesinger. Seit November 2005 ist Roland Gratzer PR Content Manager der Gruppe.

 

Die Gruppe arbeitet mit den verschiedensten Medien und Kunstformaten und veröffentlicht die Buch- und Magazinreihe monochrom. Die Künstlerformation ist für ihre politische und zivilgesellschaftliche Arbeit bekannt. Ihre Webseite fungiert als Plattform für die Digital Art Community.

 

Anfang Dezember 2005 übernahm monochrom die Lord Jim Loge, eine von Jörg Schlick, Martin Kippenberger, Wolfgang Bauer und Albert Oehlen gegründete Künstlervereinigung.

Das Motto der Lord Jim Loge lautete: „Keiner hilft Keinem“. Jörg Schlick war der Heraus¬geber der Zeitschrift „Sonne Busen Hammer, dem Zentralorgan der Lord Jim Loge.

Jedes der Mitglieder dieser Loge wurde angehalten, das „Sonne Busen Hammer“-Symbol und den Schriftzug „Keiner hilft Keinem“ in seinen Werken zu verwenden. Mit dem Tod Kippenbergers 1997 hat die Lord Jim Loge ihre Tätigkeit, das Symbol mittels Werks¬integration bekannt zu machen, aufgegeben. Durch die internationale Anerkennung der Œuvres von Martin Kippenberger, Albert Oehlen und Jörg Schlick hat die Lord Jim Loge bereits einen beachtlichen Bekanntheitsgrad erreicht.

 

 

Das Konzept „KEINER HILFT KEINEM“ von Lord Jim Loge powered by monochrom

 

„Im März 2006 wurde bekannt gegeben, dass die Wiener Gruppe monochrom alle Marken- und Nutzungsrechte der Lord Jim Loge erworben hat. Kurz vor dem Tod ihres Gründungsmitglieds Jörg Schlick haben wir ihm alle Rechte entsprechend den einschlägigen nationalen und internationalen Reglements (in Angelegenheiten des geistigen Eigentums, des Copyrights, des Markenrechts, der Nutzungsrechte) in einem Pauschalarrangement abgekauft.

 

Dies versetzt uns in die Lage, längst fällige Synergieeffekte zwischen Coca-Cola und der Lord Jim Loge ins Werk zu setzen. Die einzige Möglichkeit, den im Logen-Logo formulierten Anspruch zu realisieren, bestünde nämlich darin, ein Habitat der Warenwelt als Trägersubstanz zu nutzen, um seine Botschaft über deren Distributionskanäle ins öffentliche Bewusstsein zu schleusen.

Aufgrund der geringen Bekanntheit des Logos bietet es sich daher an, sich vorübergehend mit der mächtigen Konkurrentin zu verbünden, denn wer wäre dazu besser in der Lage, als die Coca-Cola-Company selbst, die vielleicht die weltweit derzeit bedeutendste pole position in Sachen Markenplatzierung hält (und die nach dem symbolischen Verschwinden ihres angestammten Kontrahenten ohnehin eines neuen Gegenübers dringend bedürfte). Denn schließlich, Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft, sondern auch die KonkurrentInnen. Erst im Abtausch miteinander können starke Individuen dieser ihrer Individualität innewerden und sich durchsetzen. Wir glauben, dass nicht nur die historischen Beatles von dem von ihnen inszenierten Popularitätswettstreit mit Jesus profitiert haben – sondern vice versa auch dieser selbst: Unversehens fand er sich nämlich aufgrund dieser scheinbaren Hybris in der Populärkultur wieder, und wurde so als historische Messlatte weit über seinen angestammten Geltungsbereich hinaus bestätigt.

 

 

 

Bad Beuys – „Coca-Cola light Flaschentrockner“

 

Die vierköpfige Künstlerformation Bad Beuys bewegt sich seit 2001 zwischen Kunst¬institutionen und Shopping Enklaven, Archiven, Flughäfen und Underground, um dort die Einzelteile ihrer Werke zu gewinnen. Dabei bilden, neben den grafischen Werkzyklen, vor allem Installationen und Performances den Kern ihrer Arbeit.

So errichteten sie z.B. 2005 im Wiener MAK einen 8 Meter hohen funktionstüchtigen „Riesenkasperl“ oder brachen 2003 in ihre eigene Ausstellung ein („Gallery Robbery Rabit“).

 

Die Künstlerformation setzt sich zusammen aus Udo Fon, Matthias Götzelmann, Armin B. Wagner und Johann Neumeister.

 

Wie der programmatische Name bereits erahnen lässt, setzt sich die Künstlergruppe auch intensiv mit den Arbeiten von Joseph Beuys und seinem Begriff von Kreativität und Kunst auseinander. Behandelt werden Fragen nach existierenden Rollenbildern, der Künstlerbegriff und seine Rolle in der Gesellschaft. In den Gemeinschaftsarbeiten treten die Bad Beuys gerne selber als Kunstproduzenten auf, überlassen die Autorenschaft aber durchaus auch Dritten.

 

 

Das Konzept „Coca-Cola light Flaschentrockner“ von den Bad Beuys

 

Die Künstlergruppe Bad Beuys hat eine der herausragendsten historischen Positionen der Objektkunst bzw. des Ready-Made, nämlich Marcel Duchamp und seine Arbeit des Flaschentrockners, als Vorlage aufge¬arbeitet und erweitert zu einem „Coca-Cola light Flaschentrockner“. Der Flaschen¬trockner war ein massenweise industriell erzeugter Gebrauchs¬gegenstand, den Marcel Duchamp, losgelöst von der Funktion, zum Kunstobjekt erklärte.

 

„Nachfolgende drei Zitate herausragender Künstler inspirierten uns bei der konzeptionellen Umsetzung der gestellten Aufgabe:

 

„Wenn Ihr alle meine Multiples habt, dann habt Ihr mich ganz.“

Joseph Beuys

 

„A Coke is a Coke and no amount of money can get you a better Coke than the bum on the corner is drinking. All the Cokes are the same and all the Cokes are good.”

Andy Warhol

 

“I am interested in ideas, not merely in visual products.”

Marcel Duchamp

 

Da unsere Kunstproduktion hauptsächlich aus der Prozesshaftigkeit heraus zu verstehen ist, haben wir uns entschieden, die Coca-Cola light Flaschen nicht als bloßen Bildträger für die Reproduktion eines an sich autonomen Kunstwerks zu verwenden, sondern die Flaschen selbst zum Kunstwerk (50.000 Multiples) zu machen. Wir haben bei unserem Entwurf die historischen Positionen der Objektkunst von Beuys, Warhol und Duchamp aufgearbeitet und weitergedacht.

 

Der Coca-Cola light Flaschentrockner tarnt sich als ein Ready-Made hoher Schule, ein paradoxer Mantel für opake Flüssigkeiten inklusive einer implizierten Aufforderung zur kalorienarmen Trockenlegung.“

 

 

Rückfragen und weitere Informationen:

 

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Dr. Gabriele Schramel / Mag. Michaela Tomic

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Magdalena Racieski, Coca-Cola Österreich

Tel: (01) 661 71-2402, E-Mail:

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